bettervest

Name: bettervest | Gründungsjahr: 2013 | Gründer: Patrick Mijnals, Evgenij Terehov, Torsten Schreiber, Ingo Birkenfeld und Marilyn Heib | Fimensitz: Frankfurt | Branche: Finanzen, Energie | Website: bettervest.de 

 

    Nachhaltigkeit nur eine Bürde?


    Begriffe wie Effizienz und Nachhaltigkeit sind in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken und spielen somit auch in einer Vielzahl von aktuellen unternehmerischen Entscheidungen eine erhebliche Rolle. Üblicherweise wird diese Thematik allerdings oft im Kontext des Verzichtes reflektiert. Um positive Veränderungen für die Umwelt hervorzubringen, muss der Mensch schließlich verzichten, verringern und sparen, so wird es der Gesellschaft oft erklärt. Bisher wurde nur geringfügig daran gedacht, dass man um nachhaltig zu leben, nicht immer nur verzichten muss, sondern es schon genügen kann, nur ein kleines bisschen weiter zu denken. Neue Techniken machen es möglich, die gleichen Vorteile zu genießen, aber dabei weniger Ressourcen zu verbrauchen. Auch kosten diese Techniken nicht immer nur mehr Geld, wie viele denken, sondern bieten sogar die Möglichkeit, erheblich an Geld zu sparen beziehungsweise daran zu verdienen. Es fehlt meist nur an Weitblick.


    Die Energieeffizienz ist der verlorene Sohn der Energiewende. Denn während man sich über die Förderung von Erneuerbaren und die umstrittene Stromtrassenlegung streitet, vergisst man zunächst, dass die Energie, die man gar nicht braucht, die beste ist. Aber vor allem vergisst man, dass auch der Wärmesektor und später auch der Mobilitätsbereich komplett umstrukturiert werden muss. Wir müssen also merken, dass wir mit weniger Energiebedarf unsere Ziele viel schneller erreichen können.


    Die Unternehmensidee


    Energieeffizienzprojekte per Crowdfunding finanzieren, das war die Idee für das Konzept von bettervest, welche an einem Freitag auf einem Start­Up­Weekend in Stuttgart entstand. An diesem Wochenende trafen sich eine große Menge an Menschen, um sich auszutauschen und an verschiedenen Geschäftsideen zu tüfteln. Sonntags wurden diese (von den sich geformten Teams) in einem gemeinsamen Pitch präsentiert, und das Team um Patrick Mijnals (Geschäftsführer von bettervest) machte auch gleich den ersten Platz. Schon am Montag darauf wurde bettervest gemeinsam gegründet.


    Der Begriff des Crowdfunding ist zwar keine Neuerfindung, jedoch in der Gesellschaft bisher eher wenig verbreitet. Einfach erklärt bedeutet Crowdfunding, dass mehrere Menschen mit kleinerem Einsatz dazu beitragen, ein Projekt realisieren zu können. Insbesondere ergibt sich so die Möglichkeit für Menschen, ihre Interessen zu verwirklichen und sich an Veränderungen, wie z.B. der Energiewende, zu beteiligen.


    Energie ist ein zentrales Element unserer Gesellschaft, denn erst mit der Energienutzung haben wir unseren heutigen Wohlstand erreichen können. So ist auch die Energiewende, als Notwendigkeit für die Aufrechterhaltung dieses Wohlstandes, heute zwar ein großes Thema, jedoch auch für viele eine schwere Kost. Dass Energieeffizienz jedoch der eigentliche “Klimaschatz“ der Energiewende ist, wissen leider die wenigsten. Dabei geht die Unternehmensberatung McKinsey davon aus, dass bis zum Jahre 2020 durch Energieeffizienzmaßnahmen allein in Deutschland Kosteneinsparungen in Höhe von 53 Milliarden jährlich erreicht und 850.000 Arbeitsplätze geschaffen werden können. Energieeffizienz-­Experte und Schirmherr von bettervest, Ernst Ulrich von Weizsäcker sieht, je nach Bereich, ein Einsparpotential von bis zu 80 Prozent.

    „Erhalten, statt wachsen. Nicht verzichten, sondern umdenken.“ (Torsten Schreiber)

    Die Projekte


    Einer der größten Erfolge für bettervest war die Zusammenarbeit mit der Franchise-­Fitnesskette “Bodystreet” zur energieeffizienten Umgestaltung eines Teils ihrer Filialen. Hier hat es bettervest durch das Engagement seiner Crowd ermöglicht, alle Lichter auf LEDs umzurüsten. Diese verbrauchen ca. 80% weniger Strom und haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 10­ bis 15 Jahren, was somit eine langfristige und zudem nachhaltige Rendite darstellt.


    Zu Jahresbeginn ist bettervest selbst in die Gebäude des Social Impact Labs in Frankfurt umgezogen – eine Räumlichkeit, die für Social Entrepreneurship zur Verfügung steht und von Investoren gefördert wird. Die Idee dabei ist, jungen Start­Ups zu helfen und diese dabei zu unterstützen, soziale Ideen innovativ umzusetzen. Auch diese Räumlichkeiten wurden durch die Finanzierung über Bürger umgerüstet. Die Dynamik und das Interesse für diese Thematik zeigt sich allein daran, dass auch am vorletzten Tag des Jahres in nur 6 Stunden die benötigten 8400€ zusammenkamen.


    Aber auch vor größeren Projekt weicht bettervest nicht zurück und finanziert so ein Blockheizkraftwerk in einer Wohnsiedlung in Lübeck. So konnte die längst veraltete Heiz- und Pumpentechnik auf den neusten Stand gebracht werden und das Erdgas vor Ort mit 96% Wirkungsgrad zu Wärme und Strom veredelt werden. Ein Projekt von dem wirklich alle profitieren, vor allem aber die Umwelt mit einer Entlastung von über 130t CO2 pro Jahr!


    Das Unternehmensprizip des Crowdfunding


    Ganz klar macht sich bettervest die heutige Bewegung der Social ­Media Kommunikation zunutze: Menschen sind heutzutage fähiger und williger, an Entscheidungen teilzunehmen, als jemals zuvor, denn sie haben die Möglichkeit öffentlich mitzureden und ihre Meinungen zu teilen. Es gehört heute somit zum Alltag, dass Menschen versuchen ihre Interessen und Wünsche durch das Internet zu verwirklichen. Gerade die Nachhaltigkeit stellt zurzeit ein verbreitetes und stark diskutiertes Thema im weltweiten Netz dar. Da die Industrie immer schneller wächst und sich wirtschaftliche Beziehungen immer stärker vernetzten, merkt der Mensch, dass er sein Konsumverhalten verändern muss, um die Umwelt vor erheblichen Folgen zu bewahren.


    So wird unter Anderem durch soziale Netzwerke eine Crowd (eine Menschenmenge) geformt, die in nachhaltige Projekte investieren möchte und damit sogar eine Rendite aus der Stromkostenersparnis erwirtschaften kann. Der Projektinhaber profitiert von der neuen Anlage und somit von einer langfristigen Stromersparnis, aber auch von dem Marketingmehrwert, welcher eine solche öffentliche Finanzierung mit sich bringt. Wo dabei der Vorteil für bettervest ist? Als Crowd­Vermittler bekommt bettervest eine Provision auf die akquirierten Funding­summen. Und nicht zuletzt das Beste: Die ganze Welt profitiert von einer geringeren CO2-­Emission, die uns allen zugute kommt.

    Ein Unternehmen, das querdenkt.


    bettervest sieht sich als Werkzeug und Vermittler zwischen der „Crowd“, also den Menschen, die bereit sind, in ein nachhaltiges Projekt zu investieren, und dem Projektinhaber, der letztendlich nachhaltiger umgestaltet wird und hilft ihnen, das Projekt umzusetzen. So wird eine Art Demokratisierung geschaffen und der Bürger dazu ermutigt, mitzumachen und mitzudenken, und vor allem umzudenken.


    In naher Zukunft schon möchte bettervest einen wesentlichen größeren Beitrag zu der Energiewende leisten und sieht es als Ziel, konventionelle Energiequellen wie Atom-­ und Kohlekraftwerke und die damit einhergehenden Umweltbeschädigungen zu reduzieren. Schon bald folgen daher neue spannende Projekte aus allen Querschnittstechnologien. Zudem sollen die Menschen merken, dass ohne die Unterstützung jedes Einzelnen keine Energiewende möglich sei und sich motiviert fühlen, einen persönlichen Beitrag zu dieser leisten zu wollen. Eine klare Vision des Unternehmens ist es somit, die Welt ein Stückchen besser zu machen. So wie es sich für ein Sozialunternehmen eben gehört. Sowohl gegenüber dem Projektgeber und der Crowd, als auch gegenüber der restlichen Welt ist es für bettervest wichtig, stets Transparenz zu bieten, denn nur so kann ein erfolgreicher Diskurs entstehen.


    Gezielt will bettervest auch Stakeholder anregen, denen es rein um die Rendite geht und zudem auch bisher noch nicht nachhaltige Projekte unterstützen. Denn nur wer andere zum Umdenken anregt, gewinnt wirklich etwas. Und letztendlich ist es der Umwelt egal, wo und wie CO2 eingespart wird. Dieser gesellschaftliche Umdenkprozess stellt einen zentralen Teil der unternehmerischen Vision dar.


    Was bettervest geschaffen hat, ist ein Energieeffizienzmodell zu entwickeln, „das um die Ecke denkt“. Nun gilt es, die Gesellschaft in diese Richtung zu bewegen, dieses Werkzeug für sich und die Gesellschaft zu nutzen.

    „Schon heute als schick, Tesla statt Porsche zu fahren. Morgen wird es als schick gelten, zu bettervest, anstatt zur Bank zu gehen.“ (Torsten Schreiber)

    Und jetzt Du! Wie kannst Du bettervest unterstützen?


    Schon ab 50€ Einsatz kann jeder in ein von bettervest ausgeschriebenes Projekt investieren. Dies ermöglicht es auch jungen Menschen sowie Studenten, Investitionen zu tätigen, eine Rendite zu erwirtschaften und etwas Gutes zu tun. Ausgeschrieben werden die Projekte auf der Homepage von bettervest und der Facebook­-Seite des Unternehmens.


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